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Anfänge

Gegründet wurde unser Unternehmen im Jahre 1872 von Albert Hühnerwadel-Schilplin als Schuhfabrik für die Herstellung von Damenschuhen und Reitstiefeln. Im Jahre 1922 erwarb Friedrich Aeschlimann aus Bern die Firma. Als gelernter Stiefelmacher war er Hoflieferant der damals noch berittenen Offiziere und der Kavallerie.

1872-1922 die ersten 50 Jahre

Mit dem Aufkommen der zivilen Reiterei erfolgte ein Wechsel vom Armee- zum privaten Kunden. Die Kunden wurden damals noch persönlich zur Maßaufnahme besucht. Nebst der aufkommenden ausländischen Konkurrenz entstanden in dieser Zeit auch Reitsportgeschäfte. Diese großen Herausforderungen bedeuteten einschneidende Veränderungen. Damit diese Situation gemeistert werden konnte und auch um den Anforderungen von neuen Technologien folgen zu können wurde ein Neubau errichtet welcher im Jahre 1966 bezogen werden konnte.

Albert Hünerwadel- Schilplin

Am Ausgang des Schenkenbergtales, das von der Höhe der Staffelegg zur Aare hinunter in die Gegend von Wildegg und Schinznach führt, liegt Veltheim. Von dort aus bietet sich dem Betrachter eine schöne Rundsicht auf die Habsburg, den Schinznacher Rebberg und die Höhe der Vier Linden am Bözberg, ein Ausblick auf eine auch heute noch ländlich anmutende Gegend, die manchen Reiterfreund zum Durchstreifen im Sattel einlädt.

Nach Rückkehr von der Grenzbesetzung 1870/71 erbaute in diesem Dorfe der Kavallerie-Hauptmann Albert Hünerwadel-Schilplin, Sohn des Besitzers des berühmten Bades Schinznach, eine Fabrik für die Herstellung von Damenschuhen und Reitstiefeln. Sie wurde 1872 eröffnet.

Die verkehrsmässige Lage schien für die damaligen Verhältnisse äußerst günstig, sah doch das zu jener Zeit diskutierte Bözbergbahnprojekt die Trasseeführung über Veltheim vor.

Als der Fabrikbau bereits unter Dach war, erfuhr das Bahnprojekt jedoch eine Änderung und es wurde die heutige von Brugg über Villnachern führende, von Veltheim aus in der Ferne noch sichtbare Bözbergrampe gebaut. Des leistungsfähigen Verkehrsmittels nun wider Erwarten beraubt, blieb Albert Hünerwadel nichts anderes übrig als die Verbindung zur nächsten, 3 1/2 km entfernten Bahnstation Wildegg per Fuhrwerk sicherzustellen.

In der Anfangszeit stand das Unternehmen mit der in jenen Jahren ebenfalls emporstrebenden Firma Bally in lebhafter Konkurrenz und gedieh für damalige Begriffe außerordentlich gut. Es beschäftigte zeitweise bis zu hundert Arbeitskräfte.

Eine Auszeichnung von einer Schuhausstellung in Bern in Jahre 1876 und eine Silbermedaille von der Pariser Weltausstellung 1889 bezeugen, daß schon damals in Veltheim nur qualitativ hochstehendes Schuhwerk gefertigt wurde. Ein großer Teil der noch ganz von Hand hergestellten Produkten ging nach Frankreich, wo Albert Hünerwadel einen eigenen Vertreter besaß. 

Um die Jahrhundertwende erschienen auch für die Schuhindustrie neue lleistungsfähigere Maschinen auf dem Markt und ersetzten die bisher nur ganz vereinzelt im Einsatz stehenden Geräte. Sie gestatteten ein rascheres Arbeiten und eine Verbilligung der Herstellung. Dieser in die Zukunft weisenden Entwicklung wollte sich Albert Hünerwadel aber nicht anschließen, und so kam es, daß er mit der moderner ausgerüsteten Konkurrenz nicht Schritt halten konnte und in Schwierigkeiten geriet.